Am Topfmarkt 6 beginnt etwas Neues – und doch knüpfen wir an das Alte an. Wir haben ein Haus erworben, das nicht nur Mauern und Dächer ist, sondern ein Symbol. Ein Symbol dafür, wie aus Geschichte Zukunft wächst, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Räume gemeinsam zu gestalten.
Unsere Vision ist klar: Der Topfmarkt soll wieder ein Ort für Menschen werden. Heute sind hier vor allem Autos und Durchgangsverkehr. Morgen sollen hier Begegnungen, Grün und Gemeinschaft das Bild prägen. Wir stellen uns einen Platz vor, an dem man verweilt statt vorbeizueilen, an dem Bäume Schatten spenden, Bänke zum Gespräch einladen und kleine Experimente zeigen, wie Stadt neu gedacht werden kann.
Das Haus am Topfmarkt 6 ist unser Anfang. Hier entstehen zwei Wohnungen, die Gäste empfangen – getragen von der Idee des albergo diffuso. Dieses Prinzip verwandelt nicht ein einzelnes Gebäude in ein Hotel, sondern ein ganzes Quartier. Die Straßen werden zu Fluren, die Plätze zur Lobby, die Nachbarschaft zur Gastgeberin. Wer hier wohnt, erlebt Altenburg nicht distanziert, sondern mittendrin, nah an den Menschen und am Alltag einer historischen Stadt, die sich öffnet.
Unsere Vision reicht über ein Haus hinaus. Wir wollen ein Quartier schaffen, das die historische Bausubstanz respektvoll erneuert und gleichzeitig Räume für Zukunft öffnet: für Klimaresilienz, für Gemeinschaft, für Kultur und für Gastfreundschaft. Ein Quartier, das zeigt, dass Stadt mehr sein kann als Kulisse – nämlich Lebensraum, Experimentierfeld und Einladung zugleich.
Wir glauben, dass Altenburg genau das braucht: offene Orte, die Geschichte lebendig halten und Zukunft willkommen heißen. Ein Quartier, das zum Vorbild werden kann – für andere Straßen, andere Plätze, andere Städte.
So verstehen wir unsere Vision: Ein Haus öffnet Türen. Ein Quartier öffnet Horizonte. Und Altenburg wird Gastgeberin – für Menschen von hier und von überall.
Altenburg ist eine Stadt mit Schichten. Renaissance, Barock, Gründerzeit – hier liegt die Baugeschichte dicht beieinander. Anders als viele andere Orte wurde Altenburg in den Kriegen weitgehend verschont. Das macht die Stadt zu einem Schatz an Baukultur, gewachsen über Jahrhunderte, sichtbar an Plätzen, Fassaden und Straßenräumen.
Mit rund 32.000 Einwohner:innen liegt Altenburg in Ostthüringen, zwischen Leipzig und Zwickau. Bekannt ist die Stadt als Spielkarten- und Skatstadt, doch ebenso prägt sie ihr Grün. Parks und Gärten durchziehen die Stadt, machen Altenburg zu einer Gartenstadt und geben ihr Offenheit und Weite.
Altenburg ist damit mehr als eine Kulisse. Es ist eine Stadt, die Geschichte trägt, Gegenwart sucht und Zukunft einlädt.
Fotos: Martin Albermann
